Künstlerhaus Bethanien

16 Dreams of Me

Lukhar

Eröffnung

15.01.2026

19 Uhr

Ausstellung

16.01.2026 –

01.03.2026

Mi–So: 14–19 Uhr

Eintritt frei

© Lukhar

Die Ausstellung 16 Dreams of Me entfaltet einen vielschichtigen, traumähnlichen Erfahrungsraum, in dem persönliche Erinnerung, kollektives Trauma und politische Realität untrennbar miteinander verwoben sind. Traum erscheint hier nicht als Rückzugsort, sondern als ein Zustand der Auseinandersetzung – ein Raum, in dem innere Bilder, gesellschaftliche Prägungen und politische Gewalt ineinandergreifen.

Im Zentrum der Ausstellung steht die gleichnamige interaktive Installation 16 Dreams of Me. Besucher*innen können die Videosequenzen mithilfe eines Controllers – wie man ihn aus Spielkonsolen kennt – selbst steuern. Über verschiedene Portale betreten sie sechzehn unterschiedliche Traumszenarien, die frei erkundet werden können und teils sogar eine direkte Interaktion mit der virtuellen Umgebung erlauben. Entscheidungen eröffnen neue Wege, führen jedoch ebenso in Wiederholungen, Umwege oder Sackgassen zurück und machen erfahrbar, wie begrenzt Handlungsspielräume innerhalb übergeordneter Systeme sein können – selbst dort, wo Freiheit suggeriert wird.

Lukhar interpretiert südostasiatische Mythologie – insbesondere die Sechzehn Träume von König Pasenadi – mithilfe einer zeitgenössischen digitalen Bildsprache neu. Die mythologischen Motive dienen nicht als Illustration, sondern als strukturelles Gerüst, um gegenwärtige Erfahrungen von Kontrolle, moralischer Ambivalenz und politischer Gewalt zu reflektieren. Allegorie und Realität überlagern sich, ohne eindeutig auflösbar zu sein.

Die Träume werden zu Räumen des Fragens und des stillen Widerstands. Surreale Sequenzen zeigen unter anderem Fische, die endlos durch geschlossene Rohrsysteme zirkulieren, Wesen mit fehlenden Sinnen, fragmentierte Selbstbilder sowie ritualisierte Handlungen der Wiederholung und Zerstörung. Diese Bilder verweisen auf Disziplinierung, Anpassung und die schleichende Normalisierung von Gewalt, ohne diese explizit zu benennen.

Die Arbeit entspringt einer leisen, inneren Unruhe – dem Bewusstsein, dass Denken, Schweigen und das Verständnis von Leid tief von religiösen, sozialen und politischen Systemen geprägt sind. Durch ihre interaktive Struktur überträgt die Arbeit Verantwortung und Handlungsspielraum auf die Besucher*innen und macht erfahrbar, wie Orientierung, Entscheidung und Ohnmacht ineinandergreifen und miteinander verwoben sind.

Lukhars persönliche Erfahrungen stehen dabei stellvertretend für eine ganze Generation in Myanmar, die unter militärischer Herrschaft, struktureller Gewalt und dem andauernden Bürgerkrieg lebt. 16 Dreams of Me verzichtet bewusst auf klare Antworten oder narrative Auflösungen. Stattdessen lädt die Ausstellung dazu ein, Unsicherheit auszuhalten und darüber nachzudenken, wie Macht sich in Körper und Bewusstsein einschreibt, wie Traumata sich still wiederholen und zugleich zu erkennen, wie Vorstellungskraft selbst inmitten von Gewalt eine fragile, aber wirkungsvolle Form von Widerstand ermöglichen kann.

Ausstellungsdokumentation

© Thomas Rusch

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