Künstlerhaus Bethanien

Water/Memory

Film screening and conversation programmed by Nnenna Onuoha

Datum

19/02/2026

Zeit

18–20 Uhr

ORT
Künstlerhaus Bethanien, Bibliothek, Regina-Jonas-Straße 41-43, Aufgang A, 1. OG
EINTRITT
frei, keine Anmeldung erforderlich, Sprache: Englisch
Aylin Gökmen, “Ever Since, I Have Been Flying”, 2023, Standbild

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung Waters, this deep (Becoming B – Kapitel 5) lädt Künstlerhaus Bethanien zu einem Filmprogramm mit anschließendem Gespräch ein, das sich dem Element Wasser in seinen vielschichtigen Bedeutungen widmet. Das von Nnenna Onuoha konzipierte Programm vereint verschiedene filmische Arbeiten, die Wasser sowohl als physischem Material ebenso wie als poetische und politische Metapher für Prozesse des Erinnerns nutzen. Regen, Flüsse, Lagunen, versunkene Inseln und ferne Küsten werden zu Schauplätzen, an denen persönliche Erinnerungen, kollektive Geschichte und Deep Time miteinander verwoben werden.

Wasser trägt und bewahrt Spuren von Kindheit und Migration, von imperialen Ambitionen und ökologischen Transformationen – und sogar von Welten, die nicht mehr existieren. Zwischen persönlichen Erfahrungen und planetarischen Dimensionenmachen die Filme deutlich, dass die Rückkehr zu überfluteten, verschwundenen oder flüchtigen Vergangenheiten Möglichkeiten eröffnet, die Brüchigkeit der Gegenwart zu reflektieren.

Gezeigte Filme:

Regen [EN: Rain]
Regie: Mannus Franken und Joris Ivens (1929, 14 Min.)
Ein Meisterwerk des frühen avantgardistischen Kinos: Regen entfaltet das Leben eines Regenschauers in Amsterdam, als wäre er ein Gedicht. Über viele Monate hinweg gedreht und als filmisches Poem komponiert, löst der Film die Straßen der Stadt in Spiegelungen, Tropfen, Schirme und Kanäle auf und verwandelt Vertrautes in schimmernde Metaphern von Wandel und Innehalten. Regen ist hier nicht bloß Wetter, sondern ein traumähnlicher Rhythmus, der Wahrnehmung und Zeit neu formt.

Ayɛwohomumɔ [EN: You Have Made Yourself Wretched]
Regie: Nnenna Onuoha (2018, 12 Min.)
Beim Blick auf den europäischen Winterregen erinnert sich eine selbstbeschriebene Pluviophile an die tropischen Stürme ihrer ghanaischen Kindheit. Persönliche Erinnerungen werden mit den Akan-Traditionen der saisonalen Namensgebung verwoben; so entsteht eine sanfte Meditation über Sehnsucht und Verwurzelung, in der Regen sowohl die Melancholie des Winters als auch die sinnliche Erinnerung an ferne Himmel heraufbeschwört.

Lampedusa
Regie: Philip Cartelli und Mariangela Ciccarello (2015, 14 Min.)
Im Jahr 1831 erhob sich vor der Küste Siziliens kurzzeitig eine vulkanische Insel aus dem Mittelmeer, nur um wenige Monate später wieder unter den Wellen zu verschwinden. Durch Archivbilder, poetische Erzählung und prägnante Reflexionen belebt Lampedusa dieses verlorene Land als Ort utopischer Ansprüche, kolonialer Fantasien und maritimen Verschwindens. Die verschwundene Insel wird zum eindringlichen Sinnbild für all jene, die Meere überqueren, auf der Suche nach festem Boden und einem Ort, den sie Heimat nennen können.

Fluid Lagos
Regie: Justine Chima Unanka, Kamnelechukwu Obasi, Kenneth „Laboomz“ Donatus, Lateefah Mayaki, Morola Odufuwa, Nora Mandray, Peace Olatunji „Dopay“, Ramon Shitta, Uwana Anthony „Churchy“, Wami Aluko (2024, 11 Min.)
Dieses lebendige, dreiteilige Porträt kartiert Lagos nicht über seine Skyline, sondern über seine Gewässer: die Lagune, den Strand und die Körper, die sich durch sie bewegen. Vom Bootsführer, der die Wasserwege durchquert, über den Verkehrsfluss der Straßen bis hin zu Handyaufnahmen des sonnenbeschienenen Tarkwa Bay feiert Fluid Lagos das fließende Leben der Stadt. Wasser ist hier zugleich Segen und Bürde, Ort des Spiels und ständiger Bewegung.

Ever Since, I Have Been Flying
Regie: Aylin Gökmen (2023, 18 Min.)
Vakıf, ein 60-jähriger kurdischer Nomade, beschwört die Landschaften seiner Jugend herauf, die Bäche, in denen seine Mutter ihn als Kind badete, die Baumwollfelder seiner ersten Liebe, die alpinen Weiden des Familienlebens und die dunklen Einengungen späterer Gewalt durch die Staatspolizei. Seine Erinnerungen treiben wie Nebel über physisches wie psychisches Terrain.

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