Waters, this deep, kuratiert von Linnéa Meiners, ist das fünfte Kapitel der Reihe Becoming B im Künstlerhaus Bethanien. Nnenna Onuoha und Om Bori erkunden in ihren Arbeiten die Nähe des Künstlerhaus Bethaniens zum Landwehrkanal.
Wasser ist ein Element, das transportiert, reflektiert, trägt, steht, verschluckt, bewegt, verbindet, trennt – ein Element des beständigen Wandels und ein fließendes Sinnbild für Transformation. Der Landwehrkanal ist ebenfalls ein Symbol von Untiefen und Widerständen. Sein Wasser bewegt sich kaum, ist träge und behutsam und hat sich seit dem 17. Jahrhundert stetig mit der Stadt Berlin verändert. Mit einer heutigen Tiefe von nur zwei Metern ist der Kanal im metrischen Sinne kein sehr tiefes Gewässer. Doch die Gräben und Kanalverzweigungen haben viel erlebt. Projektionen werfen ein Licht auf und unter die Wasseroberfläche, begreifen den Kanal und seine Umgebung als Schichtungen von zeitlichen und räumlichen Ereignissen.
Tröpfelnd und überlaufend stehen die Arbeiten von Nnenna Onuoha und Om Bori im räumlichen Dialog mit dem Wasser. Die Künstlerinnen folgen dem Verlauf des Landwehrkanals, gehen in Dialog mit dem Wasser, der Umgebung und dem historischen Kontext desselbigen. In tiefer Verbindung zu dem Ort entstehen Arbeiten, die sich jeweils mit der Stimmenvielfalt des Wasserkörpers auseinandersetzen. Nnenna Onuoha erfasst Geräusche und Bilder rund um das Gewässer, kreiert spekulative Visionen und füllt akustische Lücken mit imaginären Welten, während Om Bori den Kanal als ökologischen und kulturellen Speicher begreift und in ihn eintaucht, um Algenformationen und Mikroorganismen eine Stimme zu geben. Strömungen von Geschichte, Erinnerung und Identität verschwimmen und formen neue Narrative für das Künstlerhaus Bethanien.
Die Ausstellung wird gefördert vom Haptstadtkulturfonds.