Ezra Šimeks interdisziplinäre Praxis erstreckt sich über Film, Performance, Installation, Klang und Text. Im Zentrum der künstlerischen Arbeit steht eine kontinuierlichen Auseinandersetzung mit der Frage, wie Geschichten konstruiert, erinnert und transformiert werden, und bewegt sich fließend zwischen verschiedenen Medien, um vielschichtige, immersive Erfahrungsräume zu schaffen. In diesen sich wandelnden Formen entwirft Ezra Šimek spekulative Welten und alternative Archive – Räume, in denen marginalisierte Geschichten nicht nur bewahrt, sondern aktiv neu gedacht, reaktiviert und in der Gegenwart lebbar gemacht werden.
Ausgehend von Popkultur sowie queeren und trans-Erfahrungen versteht Ezra Šimek Storytelling bzw. das Geschichten erzählen als Methode und zugleich als Form des Widerstands. Ihre Praxis ist geprägt von dem Vertrauen in die Kraft von Narrativen, dominante Geschichtsschreibungen zu hinterfragen und neue Zeitlichkeiten und Möglichkeitsräume zu eröffnen. Durch die Verknüpfung von spekulativer Fiktion, persönlicher Erinnerung und Genre-Elementen entstehen Arbeiten, in denen die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion, Dokumentation und Erfindung aufgeweicht werden.
2026 initiieren das Künstlerhaus Bethanien und das International Centre for Contemporary Art MeetFactory in Prag erstmals ein neues Residenz-Austauschprogramm, das durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds gefördert wird. Dessen Engagement für interkulturellen Dialog und künstlerische Zusammenarbeit ermöglicht den kontinuierlichen Austausch zwischen in Deutschland und der Tschechischen Republik arbeitenden Künstler*innen.
Das Künstlerhaus Bethanien hat Finja Sander für die Teilnahme an der Residency in der MeetFactory nominiert, wo sie ihre Arbeit im Rahmen des Austauschprogramms weiterentwickeln wird.