Künstlerhaus Bethanien

Martin Toloku

Aufenthalt

15.02.2026 –

28.02.2027

Martin Toloku, Wounded Soul, 2025, Performance, Marina Abramović Institute in Kollaboration mit dem Museum Moyland, Foto: Lex Hulscher

Martin Toloku’s künstlerische Praxis hat sich von Bildhauerei über Installation und Performance bis hin zu Videoarbeiten entwickelt. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit Verfallsprozessen. Er versteht sie als eine Methode, Geschichten zu lesen, die in organischen und menschengemachten Materialien eingeschrieben sind. Ausgangspunkt sind totes oder verrottendes Holz sowie gefundene Objekte, die er als Spuren von Zeit, Umwelt und Geschichte untersucht.

Der Künstler versteht Zersetzung nicht als Endpunkt, sondern als Prozess, der sichtbar macht, wie Material und Umwelt miteinander verbunden sind. Der Verfall legt zeitliche, räumliche und historische Schichten in Objekten frei und macht sie als Spuren ihrer Umgebung lesbar.

In einigen Arbeiten arbeitet er auch mit nicht-menschlichen Organismen, insbesondere Termiten. In atelierbasierten Setups untersucht er dabei Formen des Zusammenlebens unterschiedlicher Lebensformen in geteilten Umgebungen. Diese Situationen erweitern seine Auseinandersetzung mit Koexistenz, Veränderung und der Durchlässigkeit materieller Grenzen.

Übergreifend interessiert ihn, wie Erinnerung und Geschichte in Objekten und Lebensräumen eingeschrieben sind. Er versteht sie als Zeugnisse von Zeit und gelebter Erfahrung. Diese Fragen führen zu einer umfassenderen Auseinandersetzung mit Leben und Tod, die sowohl materiell als auch körperlich gedacht wird. In seiner performativen Praxis setzt er den eigenen Körper als Medium ein, um sich mit der Endlichkeit allen Lebens sowie mit der eigenen Angst vor dem Tod auseinanderzusetzen.

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