Jil Lahr untersucht in ihrer künstlerischen Praxis Alltagsgegenstände und kulturell aufgeladene Symbole, die sie in Installationen, Mixed-Media-Arbeiten sowie ortsspezifischen und kollaborativen Projekten zu vielschichtigen Werken verdichtet. Im Arbeitsprozess entstehen Assemblagen, Malereien, Skulpturen und Fotografien, die neue Perspektiven und Erzählungen eröffnen. Wiederkehrende Motive, Objekte, Formen und Farben bilden dabei ein visuelles Vokabular, mit dem sie Fragen nach Bedeutung, Erinnerung und kultureller Zuschreibung verhandelt.
Ein zentraler Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf Vorstellungen des Übersinnlichen, Glaubensformen und spirituellen Praktiken, die sie in alltäglichen Beobachtungen aufspürt. Besonders interessiert sie die symbolische Aufladung von Glücks- und Unglücksbringern sowie Legenden, Mythen und individuellen Geschichten, die mit ihnen verbunden sind. Dabei untersucht sie das Spannungsverhältnis zwischen persönlichem Schicksal und kollektiven Vorstellungen von Glück.
Ausgehend von einer forschenden und materialorientierten Arbeitsweise erkundet Lahr, wie Objekte Bedeutung tragen, vermitteln und transformieren können. Durch die Verbindung von Recherche, Experiment und Installation entwickelt sie Arbeiten, die gesellschaftliche Narrative sichtbar machen und den Blick auf scheinbar Vertrautes neu ausrichten.